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Fresenius-Gewerkschaften aus aller Welt thematisieren Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte

15.05.24

Fresenius-Gewerkschaften aus aller Welt thematisieren Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte

Im Vorfeld der Jahreshauptversammlungen von Fresenius Medical Care (FMC) und Fresenius SE am 16. bzw. 17. Mai geben die Fresenius Global Union Alliance, ein Zusammenschluss von Gewerkschaften aus aller Welt, und der Verein Ethischer Aktionäre Deutschland zu bedenken, dass beide multinationalen Unternehmen ihre Standards für eine angemessene menschenrechtliche Sorgfaltspflicht nicht vollständig einhalten. Vertreter des Bündnisses werden an den Jahreshauptversammlungen der beiden Unternehmen in Frankfurt am Main teilnehmen, um eine wirksame Sorgfaltsprüfung und eine aktive Beteiligung der Gewerkschaften an diesem Prozess zu fordern.

Die Risiken für die Arbeitnehmer in Bezug auf die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen in Kolumbien sind seit Jahren bekannt und wurden von der Fresenius SE in ihrer eigenen Risikobewertung berücksichtigt. Dennoch berichteten Beschäftigte, dass sich Verhandlungsprozesse in den Kliniken aufgrund der Weigerung der Unternehmensleitung, in gutem Glauben zu verhandeln, verzögerten. Konflikte wurden vor ein Schiedsgericht gebracht, und nachdem die Arbeitnehmer vor einem Schiedsgericht gegen die Weigerung von Fresenius, zu verhandeln, gewonnen hatten, beantragte das Management die Aufhebung der Schiedssprüche in drei Kliniken.

David Boys, stellvertretender Generalsekretär der IÖD und Vertreter der Fresenius Global Union Alliance: "Es ist allgemein bekannt, dass Kolumbien eines der gefährlichsten Länder der Welt für Gewerkschafter und Aktivisten ist. Dementsprechend begrüßen wir es, dass die Fresenius SE endlich die Missachtung der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Kollektivverhandlungen als prioritäres Risiko in ihren eigenen Unternehmen identifiziert hat. Doch das ist nicht genug. Die Vorfälle in Kolumbien sind Fresenius seit Jahren bekannt, und dennoch sind unsere Genossinnen und Genossen weiterhin täglich diesen Rechtsverletzungen ausgesetzt. Wir fordern Fresenius auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation zu verbessern."

In den Vereinigten Staaten - dem größten Markt von Fresenius Medical Care - streikten die Beschäftigten im Herbst 2023 in mehr als einem Dutzend FMC-Kliniken, weil sie berichteten, dass sie in den Kliniken bedroht, eingeschüchtert und in einigen Fällen sogar entlassen wurden, weil sie versucht hatten, eine Gewerkschaft zu gründen, und dass das Unternehmen sich weigerte, in gutem Glauben zu verhandeln und illegale Änderungen an ihren Arbeitsbedingungen vornahm. Darüber hinaus hat Fresenius Medical Care seit 2018 drei Millionen Dollar für die Zerschlagung von Gewerkschaften ausgegeben. "Auch wenn dies in den USA nicht illegal ist, zeigt es die Haltung des Unternehmens gegenüber Arbeitnehmern, die ihr Recht auf Organisierung wahrnehmen. Dennoch kämpfen die Beschäftigten weiter für Veränderungen und haben sich in 15 Kliniken und Krankenhäusern organisiert", sagt Cass Gualvez, Organizing Director und Executive Committee Member von SEIU-UHW.

Manny Gonzalez, ein zertifizierter Hämodialyse-Techniker bei Fresenius Kidney Care Juniper Fontana in Kalifornien, sagte über die hohe Arbeitsbelastung: "Wir verbringen mehr Zeit mit unseren Patienten und Mitarbeitern als mit unseren eigenen Familien, und das Management weiß, dass wir chronisch unterbesetzt und unterbezahlt sind."

"Aber die USA sind nicht das einzige Land, in dem die Gewerkschaften die Arbeitspraktiken des Managements von Fresenius Medical Care kritisiert haben", sagt Alke Boessiger, stellvertretende Generalsekretärin der Gewerkschaft UNI Global . "Auf den Philippinen wurden bei Inspektionen in verschiedenen Dialysezentren Verstöße gegen das Arbeitsrecht sowie gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften festgestellt. Darüber hinaus hat das Unternehmen vor kurzem eine Richtlinie zur Vermeidung von Interessenkonflikten eingeführt, die das Recht der Beschäftigten auf Vereinigungsfreiheit untergräbt, indem sie die Mitgliedschaft der Beschäftigten in anderen Organisationen einschränkt und politische Spenden verbietet. Fresenius muss sofortige Maßnahmen ergreifen, um seine Arbeitsprobleme zu lösen. Dazu gehört auch die Aushandlung einer globalen Vereinbarung über Gewerkschaftsrechte, die ein sinnvolles Instrument zur Umsetzung des deutschen Lieferkettengesetzes und der europäischen Sorgfaltspflichtrichtlinie darstellt.

Über die Fresenius Global Union Alliance

Mehr als 50 Gewerkschaften aus aller Welt haben sich in der Fresenius Global Union Alliance zusammengeschlossen. Koordiniert wird die Allianz von der Internationale der Öffentlichen Dienste - IÖD, UNI Global Union und IndustriALL Global Union. Die Allianz strebt eine globale Rahmenvereinbarung zur Sicherung der Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte an.

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